Und was bei dem Pony passiert, darf der Besitzer auch nicht von der Hand weisen; fast jeder erfahrene Regenreiter und Offenstallhalter ist schon einmal auf einem Bein durch den Matsch gehüpft, um verzweifelt nach dem zweiten Stiefel zu angeln, welcher sich im Matsch festgesogen hat.
Und was halten Ponies und Pferde grundsätzlich vor einem Matschvorplatz? Egal ob mit oder ohne Hufeisen; meist findet man seine vierbeinigen Freunde im Stall oder weit auf der Wiese stehend - haben Pferde nur den Matschpaddock zur Verfügung, stehen sie oft stumm und frustriert im Matsch. Die meisten Pferde hassen es, permanent im Matsch zu laufen und bewegen sich daher so wenig wie möglich.
Zusätzlich ist die ständige Feuchtigkeit sowohl für die Hufe als auch für die Fesselbeuge sehr ungesund. Krankheitserreger freuen sich om Gegensatz zu Pferd und Mensch sehr über feuchtwarme Biotope.
Früher musste hier mit enorm viel Aufwand Abhilfe geschaffen werden; viele Quadratmeter wurden mühsam mit Drainagen und Pflastersteinen trocken gelegt. zusätzlich musste - je nach Gemeindeverordnung - eine Baugenehmigung beantragt werden.
Dank Paddockplatten hat man es heutzutage einfacher, dem Pony einen trockenen Paddockplatz zu verschaffen. Ein unübertroffener Vorteil gegenüber fest verlegten Flächen ist zum einen der Rückbau - die Paddockplatten lassen sich jederzeit im Nu abbauen, sodass sie sich auch für Mietställe hervorragend eignen. Zum anderen muss in den meisten Fällen keine Baugenehmigung eingeholt werden, da sich die Platten jederzeit vollständig abbauen lassen. Eine Ausnahme bildet hier der Paddockbau mit Bodenaushub und Drainagelegung - hier sollte bei der zuständigen Gemeinde nachgehört werden.
Paddockplatten werden aus Kunstoff hergestellt. Daher sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass sie umweltverträglich sind; es dürfen keine Giftstoffe enthalten sein, die ins Grundwasser ausgeschwemmt werden könnten. Die Platten sollten sicht zu labil sein, damit sie sich nach dem Verlegen nicht wellen; sie würden eine Stolperfalle für die Ponys sein. Auch ist die Belastbarkeit wichtig; bei gut verlegten robusten Paddockplatten ist es kein Problem, diese mit einem Traktor zu befahren.
Es gibt Für Paddockplatten verschiedene Einsatzmöglichkeiten. So wäre der reine Paddock zu nennen: der Aussenauslauf an die Box.
Hier wählt man als Tretschicht ein Sandgemisch. Dies bedeutet, dass die verlegten Paddockplatten komplett mit Sand aufgefüllt werden. So hat man eine sehr gute Drainageschicht, der Platz kann sehr gut sauber gehalten werden und die Pony und Pferde laufen sehr weich.
Oder man möchte einen sandfreien Fressplatz ohne Kolikgefahr, einen sauberen Putzplatz oder einen Gehweg zur Koppel. Auch ein Longierplatz, welcher bei nassem Wetter zu benutzen ist, ist möglich. Hier werden die verlegten Paddockplatten statt mit Sand mit Pflastersteinen befüllt.
Für Paddockplatten gibt es verschiedene Unterbaumöglichkeiten. So kann die Fläche, welche mit Paddockplatten verlegt werden soll, ca. 20 cm ausgekoffert, mit Schotter aufgefüllt und dann mit den Platten belegt werden. Diese sehr aufwändige und arbeitsintensive Möglichkeit sollte in Betracht gezogen werden, wenn die zu belegende Fläche sehr nass ist und unterhalb des Grundwasserspiegels liegt. Oftmals ist in Talsenken verbunden mit einem Bachlauf keine andere Trockenlegung des Schlaf- und Futterplatzes möglich.
Wesentlich häufiger sind jedoch vermatschte Lehmflächen, wo das Wasser bei Nässe nicht abläuft und bei Trockenheit der Boden hart wie Zement ist. Bei dieser Bodenbeschaffenheit ist ein trockner Paddock oder Futterplatz ohne viel Aufwand zu erreichen. Zuerst werden die Unebenheiten des Bodens begradigt und darauf geachtet, das die Fläche, welche mit Paddockplatten verlegt werden soll, ein Gefälle von ca. 2% aufweist. Auf diese begradigte Fläche können die Paddockplatten verlegt werden (wichtig ist die Freigabe des Herstellers. Es gibt auch Platten, die für dieses System ungeeignet sind.). Nun werden die Paddockplatten je nach Bedarf mit Sand oder mit Pflastersteinen aufgefüllt.
Einige allgemeine Tipps, um den größtmöglichen Nutzen zu haben:
Mit der Zeit können bei Paddockplatten, die im Matsch verlegt wurden, vereinzelt Queckengräser durchwachsen. Möchte man dies verhindern, kann zwischen die Paddockplatten und den Matsch ein wasserdurchlässiges Vlies gelegt werden.
Viele Paddockplattenhersteller geben eine individuelle Beratung zur Bodenbeschaffenheit und bieten so die bestmögliche Lösung an. Dies kostet zwar nochmals Zeit, aber der Einsatz lohnt sich.
Ponys und Pferde hassen es, wenn Urin gegen ihre Beine spritzt. Diesen Umstand kann man sich zunutze machen, indem man bei einer Fläche, welche mit Pflastersteinen verlegt wurde, eine Stelle einarbeitet, wo dick Sägespäne gestreut sind. Diesen Platz wird das Pony zum Urinieren bevorzugt aufsuchen.
Gerade in grösseren Mietställen findet sich eine Box neben der nächsten. Idealerweise befindet sich vor jeder Box ein kleiner Paddock. In solch einem Fall sollte die Sandtretschicht nicht zu dick sein. Bei reichlich Sand verspürt das Pony Lust, sich zu wälzen. Dies kann bei kleinen Paddocks zu bösen Verletzungen führen, wenn das Pony sich in den Absperrungen verheddert oder Artgenossen trifft.
|