Pferdefreundschaften
Freundschaft unter Pferden Des öfteren kommt der Einwand, dass es dem allein stehenden Pferd ja gut geht, es gesund und fit ist und es eine sehr schöne Freundschaft zu seinem Menschen aufgebaut hat, ja sogar wiehert und freudig angaloppiert kommt, wenn es seinen Menschen sieht.

Es stimmt, das Pferd baut schnell eine innige Beziehung zu einem Menschen auf, wenn es alleine steht. Aber warum ist das so? Weil das Pferd ein Herdentier ist und einen Partner so sehr herbei sehnt, dass er auch mit dem Menschen vorlieb nimmt, wenn nichts anderes da ist; der Mensch ist hier ein Notstopfen, nicht mehr und nicht weniger.

Es wäre daher sehr egoistisch, ein Pony alleine stehen zu lassen, um zu erreichen, dass das Pony jemanden scheinbar liebt. Stellt man zu einem allein stehenden Pony ein fremdes Pferd auf die Wiese und stellt sich selber auf die entgegengesetzte Seite der Wiese, wird das Pony in der Regel zu dem fremden Pferd gehen, nicht zum Menschen.

Viel schöner ist es doch, ein zufriedenes Pony zu haben, welches seine Pferdekumpels liebt und doch bereitwillig zum Menschen kommt, weil es mit diesem bereit- und freiwillig zusammen arbeitet. Für solch eine gute Beziehung muss der Mensch allerdings etwas tun; sich das Vertrauen verdienen.

 

Es gibt auch Ausnahmen, diese sind allerdings in der schon verkehrten Aufzucht des Ponies begründet. Wächst ein Fohlen nicht in einer Fohlenherde auf, sondern nur mit seiner Mutter, lernt es die komplette Bandbreite des Sozialverhaltens unter Pferden nicht. Eine Pferdemutter läßt seinem Fohlen extrem viel durchgehen, bevor sie es in seine Schranken weist. Auch ist eine Fohlenmutter irgendwann genervt und will keine wilden Dominanzspiele mit ihrem Fohlen spielen. Irgendwann wird das Fohlen entwöhnt, steht alleine, kommt irgendwann zu anderen Pferden, mit denen es sich aber überhaupt nicht versteht, da es die Pferdesprache nicht versteht. Es kommt oft zu Beisserei, das geprügelte Pferd sondert sich von der Herde ab und will alleine sein (unter Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen und sich nicht verstehen, wird es auch nicht zu einer Freundschaft kommen).

Der Mensch stellt das Pferd nun alleine auf die Weide - weil es scheinbar ein Einzelgänger ist. Der tatsächliche Fehler liegt hier eindeutig in der falschen Fohlenaufzucht. Auch hier besteht die Möglichkeit, dem Pony das Dasein angenehmer zu gestalten. Oftmals akzeptieren Pferde, die mit ihren eigenen Artgenossen nicht klar kommen, andere Tiere - so kommen sie oftmals mit Ziegen, Eseln oder Kühen sehr gut klar. Das ist keine ideale Lösung, aber in so einer Situation das Beste, was man für sein Pony tun kann.

Manchmal wundert man sich auch, dass es in einer Herde scheinbar Ponies gibt, die überhaupt nicht miteinander klar kommen und dann sieht man Ponys, die so aneinanderkleben, dass sie kaum zu trennen sind. Aus rein wissenschaftlicher Perspektive weiss man, dass Pferde in der Herde zur "ciiquen"-Bildung neigen; mit anderen Worten, es gibt Vor- und Abneigungen gegen Artgenossen. Dieses Wissen sollte man berücksichtigen, wenn man Pferde zusammen stellt und merkt, dass diese Herde überhaupt nicht zusammen klar kommt. Auch können Ponys, die sich gerne mögen, sehr leiden, wenn man sie trennt.