Einerseits möchte man günstig den Urlaub geniessen, andererseits soll auch der Umgang mit dem Pony gelernt werden.
Sehr günstige Angebote bergen oft die Gefahr, dass nicht drin ist, was drauf steht. Bei einem Schnäppchen macht sich die mangelnde Qualität als erstes bei den Schulpferden und den Ausbildern bemerkbar.
So werden Ponies oftmals mit Ausbindern in die Bahn geschickt, das Kind bekommt eine Gerte in die Hand und es befinden sich häufig mehr als 10 junge Reiter in der Halle. So kann kein guter Reitunterricht vermittelt werden, die Ponies sind genervt und spulen ihr Programm ab. Die Ponys reagieren auf die Kommandos des Ausbilders und nicht auf die Hilfen des Reitschülers.
Auch haben Kinder, die noch nicht oder nur wenig reiten können, grossen Respekt vor Ponies; hier ist ein einfühlsamer Lehrer, für den Pädagogik kein Fremdwort ist, Pflicht. Da man für die Aufnahme von Ferienkindern keine Qualifikation ablegen muss und so nicht gewährleistet ist, dass auf die Bedürfnisse der Kinder richtig eingegangen wird, ist es vernünftig, genau hin zu sehen.
Bei Reitlehrern sieht es anders aus, hier sagt die Qualifikation der FN viel aus. Schon der Sportassistent der FN hat in Pädagogik hineingeschnuppert und ausgebildete Reitlehrer in C, B oder A verfügen über gutes Fachwissen.
Gute Praxiserfahrung ist von Vorteil, daher sollten Kinder nur dort Urlaub machen, wo Reitlehrer schon länger tätig sind.
Für Eltern, die selber keine Reiterfahrung haben, mag es nicht einfach sein, einen guten von einem schlechten Reitbetrieb zu unterscheiden. Warum nicht erfahrene Reiter fragen und vielleicht den Hof, wo das Kind Urlaub machen soll, vorab einmal besuchen? Wenn man mit offenen Augen hinschaut, kann sich auch ein Leie ein Bild machen.
So sollten die Ponies und Pferde artgerecht gehalten werden und mindestens in sauberen, gemisteten nicht vergitterten Boxen stehen, mit Kontakt zum Partner. Täglicher Auslauf auf Weiden, welche nicht mit Stacheldraht umzäunt sind ist genauso wichtig, wie schimmelfreies gut duftendes Heu. Auch Wasser sollte zur freien Verfügung stehen.
Die Ponies sollten gesund und gepflegt aussehen. Gut gepflege Hufe und nicht zottelige Mähnen und Schweife sind Arbeit; daher läßt dies auf den Umgang mit den Tieren schließen.
3-4 jährige Ponies und Pferde gehören nicht in den Reitunterricht; sie sind nicht nervenstark genug, um mit Neulingen um zu gehen und benötigen selber noch Führung und Anleitung. Jedes Schulpferd sollte ab und an Korrektur geritten werden, nur so ist ein vernünftiger Reitunterricht gewährleistet, wo jeder etwas lernen kann.
Mehr wie 2 -3 Stunden am Tag für ein Pony unter dem Sattel zu arbeiten, wäre Stress, auch hier ist Ausgelichenheit wichtig.
Die Reithalle sollte gross genug sein und einen ordentlichen Eindruck machen. Gerade der Boden ist hier sehr wichtig. Auf einem Untergrund, der voller Pferdeäpfel ist und einen leicht verschlammten Eindruck macht, kann ein Schulpony nicht vernünftig laufen.
In der Reitstunde sollten nicht mehr wie 5 - 7 Schüler sein, sonst lernt man einfach nicht genug. Theorie und der vernünftige Umgang sollte genauso selbstverständlich vermittelt werden, wie das Reiten
Zum Schluss wäre noch die Betriebshaftpflicht zu erwähnen. Sie ist für einen Reitstall ein Kostenfaktor, daher wird sie nicht immer abgeschlossen, was zu grossen Problemen führt, falls einmal ein Reitunfall passiert. Da ein Pony auch nur ein Lebewesen ist, welches einmal scheuen kann, kann ein Unfall nicht ausgeschlossen werden.
Als Fazit kann man sagen, dass ein Reiturlaub für ein Kind ein unvergessliches Erlebnis ist, wenn im Vorfeld die Begebenheiten geprüft werden. Im Urlaub mit dem Pony lernt man Verantwortung für ein Lebewesen genauso, wie das Reiten. Zusätzlich werden Freunde mit gleichen Interessen gefunden, die oftmals ein Leben lang halten.
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