Inzwischen weiss man, das Bodenarbeit eine hervorragende Möglichkeit ist, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen; gerade ängstlichen oder traumatisierten Ponys kann so eine Basis gegeben werden, wieder mit dem Menschen zusammen zu arbeiten.
Auch dient die Bodenarbeit dazu, die Führungsposition des Menschen zu stärken. Letztlich muss sich jeder die Frage stellen, ob das Pony auf mich hört, weil es Angst vor mir hat, oder weil ich eine Autorität bin, der es folgt, weil es Vertrauen hat.
Jeder, der mit Bodenarbeit anfängt, muss sich dessen bewusst sein, dass eine vertrauensvolle Beziehung zum Pony nur mit Geduld aufgebaut werden kann. Jede persönlich motivierte Bestrafung - z.B. weil das Pony etwas nicht schnell genug ausführt, oder sich "dumm" anstellt - ist absolut fehl am Platz und zerstört das Verhältnis von Mensch und Pferd.
So dient die Gerte bei der Bodenarbeit als verlängerter Arm, der über das Pony stricht, als Belohnung, wenn es etwas gut gemacht hat. Läßt sich nun jemand hinreißen und schlägt das Pony mit der Gerte, ist das Vertrauen des Ponies verloren; es sieht die Gerte nun mit ängstlichen Augen.Es ist natürlich klar, dass auch das Vertrauen zur Gerte aufgebaut werden muss; woher soll dass Pony sonst wissen, dass die Gerte Belohnung und nicht Strafe ist? Die Gerte sollte daher direkt bei den Grundsatzübungen wie Stillstehen am Anbinder, Hören auf Stimmsignale und Hufe heben eingebaut werden. Die Gerte sollte gut 130 cm lang sein, ein breiten Kopf für die Griffigkeit haben und ein verdicktes Ende besitzen, damit das Pony das Streichen der Gerte spürt.
Jeder, der sich zur Bodenarbeit entschließt, braucht Geduld, Demut und eine gehörige Portion Humor; Verbissenheit führt weder zum Erfolg, noch hat man Spass bei der Arbeit. Gerade der Spass und die Freude auf beiden Seiten soll ja zu einer harmonsichen Beziehung zwischen Mensch und Pony führen.
Letztlich dient die Bodenarbeit auch sowohl zur eigenen, wie auch zur Sicherheit des Ponies. So ist es ein beruhigendes Gefühl, im Gelände mit einem Pony unterwegs zu sein, welches nicht ängstlich ist und scheut und auf seinen Menschen achtet und ihm vertraut.
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