Das Lanzenstechen gehört zur Attraktion eines jeden Mittelalterfestifals, allerdings werden hier an die Reiter und Ponies besondere Herausforderungen gestellt. Sind die Pferde nicht vernünftig ausgebildet, kommt es schnell zu unschönen Szenen, wo auch das Pferd den Spass verliert. So muss das Pferd in der Lage sein, einen sehr ruhigen Galopp zu gehen und diesen auch beizubehalten, wenn der Reiter das Gewicht verlagert, oder stürzt. Der Reiter wiederum darf sich auf keinen Fall in den Zügeln des Pferdes festhalten, wenn er mit der Lanze sticht, oder einen Stoß abbekommt, da das Pferd sonst die volle Wucht des Gewichtes durch einen Ruck im Maul spürt. Das Pferd lernt so sehr schnell, dass das Galoppieren an der Schranke entlang Schmerzen bereitet; die Freude am Spiel und das Vertrauen in den Reiter ist dahin.
Nicht jedes Pferd ist für Ritterspiele geeignet; es sind nervenstarke, intelligente und mutige Tiere gefragt, die eine gute Dressurausbildung genossen haben. Auch der Reiter braucht gesundes Selbstvertrauen und eine gutes Gespür für das Pferd - Angst würde sich sofort auf das Pferd übertragen und es würde unsicher werden.
Wer sich für dieses Hobby interessiert, muss sich bewusst sein, dass er viel Zeit und Geduld investieren muss - allerdings kann man bei diesem Hobby mit Leib und Seele dabei sein.
Wer zwar an Mittelalterspielen interessiert ist, aber sich nicht am Lanzenstechen versuchen möchte, kann sich trotzdem mit seinem Pferd beteiligen. So werden immer wieder Statisten in wunderschönen mittelalterlichen Gewändern gesucht. Oder man gehört zu den Ausstellern dazu, die ein Mittelalterspektakel mit einem Marktstand bereichern.
Sein Pferd an diesen Trubel zu gewöhnen, erfordert schon Zeit und Geduld und wer weiss, vielleicht bekommt man ja dann irgendwann Interesse, sich im Lanzenstechen zu üben.
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