Es darf nicht vergessen werden, dass frisches Heu mindestens vier Wochen lagern muss, bevor es verfüttert wird. Heu hat nach dem Einlagern noch nicht den gewünschten Trockensubstanzgehalt von 85%, sondern es ist noch eine recht hohe Restfeuchte vorhanden. Daher fängt das Heu an zu schwitzen. Würde in dieser Zeit das Heu verfüttert werden, müßte mit schweren Koliken gerechnet werden, die zum Tod führen können. Man kann in dieser Zeit den Schwitzprozeß recht gut festellen; das Heu fühlt sich warm an, was unter anderem daran liegt, dass vorhandene Pilze und Bakterien im Heu schnell wachsen. Während des Trocknungprozesses ändert sich die Zusammensetzung der Pilze und Bakterien.
Schwitzendes Heu kann sehr schnell so heiß werden, dass es sich entzündet - wenn dies passiert, kann der ganze Heuschober von jetzt auf gleich niederbrennen. Vor allem die Sommermonate sind gefährlich, da in dieser Zeit das frische Heu eingelagert wird und die Umgebungstemparatur schon sehr warm ist. Frisch eingelagertes Heu sollte die ersten 4 Wochen täglich kontrolliert werden - stellt man fest, dass das Heu so heiss ist, dass die Gefahr einer Selbstüberhitzung besteht, bleibt nichts anderes übrig, als das Heu luftig auseinander zu ziehen. Die beste Vorsorge besteht darin, das geschnittene Gras regelmäßig zu wenden und lange trocknen zu lassen, bevor man es einfährt.
Das hochwertigste Heu wird aus dem ersten Schnitt gewonnen, am besten bei oder vor Beginn der Blüte, sodass die Grasstengel noch nicht verholzt sind. Verholzte Grasstengel bieten einen guten Nährboden für Pilze und haben zudem einen sehr geringen Nährstoffgehalt. Dieses Heu eignet sich gerade für Fohlen und laktierende Stuten hervorragend. Auch alte und kranke Ponies provitieren von einer so hochwertigen Fütterung.
Hervorragend zur Heugewinnung eignet sich Wiesenlischgras, Wiesenfuchsschwanz und Wiesenschwingel. Gewisse Kleearten und Luzerne sind das Tüpfelchen auf dem i, wenn sie nur in geringen Maßen beigemischt sind.
Der zweite Schnitt und alle weiteren Schnitte beim Heu nennt man Grummet. Dieses Heu ist nährstoff- und eiweissreicher und entält mehr Kräuter. Allerdings ist es kürzer geschnitten und bei der Pferdefütterung mit Vorsicht zu genießen, da gerade empfindliche Ponies und Pferde bei Grummet zur Kolik neigen.
Woran erkennt man nun hochwertiges Heu? Zum einen ist jedes Pony ein guter Indikator. Nach frischem Heu wird sich mit vollem Körpereinsatz gereckt und gestreckt, es ist für jeden Vierbeiner eine Delikatesse. Alleine der Geruch ist eine wahre Feude. Gutes Heu riecht frisch und aromatisch, zusätzlich enthaltene Kräuter riechen würzig. Es zeigt eine kräftige grüne Farbe, ein wenig ins blassgrün gehend ist auch noch in Ordnung. Die Blätter und die Stängel des Heus sind nicht zu weich, sondern griffig, verholzte Stängel sind selten und es gibt keine Verschmutzungen im Heu.
Und wieviel Heu braucht ein Pony? Unter anderem sollte das Gewicht und das Arbeitspensum festgelegt werden, welches von der Erhaltung (nicht bewegte Tiere) bis hin zu einem schweren Arbeitspensum (Springen in höheren Klassen, Distanzritte ab 50 km, Jagdpferde) reichen kann. Zusätzlich muss beachtet werden, ob ein leichtfuttriges Pony oder ein schwerfuttriger Vollblüter oder eine tragende/laktierende Stute im Stall steht. Grudsätzlich gilt, dass ein Pony, welches nicht bewegt wird, wenig Kraftfutter und viel Rauhfutter bekommt, ein Leistungspferd dagegen mehr Kraftfutter und im Verhältnis weniger Rauhfutter benötigt.
Man kann 1,2 bis 1,5 kg Heu pro 100 Kilo Gewicht rechnen. Die Heumenge sollte auf 3 Mahlzeiten aufgeteilt werden, damit das Pony nicht zu viel auf einmal frisst und sich so im Ernstfall eine Kolik einstellt.
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