Grundvoraussetzung für die Haferfütterung ist die Qualität. Muffig riechender oder gar schimmeliger Hafer (nicht zu verwechseln mit der Farbdarstellung von Schwarzhafer) ist ein absolutes Tabu. Die hier vorhandenen Bakterien sind hochgradig krankheitserregend und können unter anderem zu einer schweren Kolik führen.
Hafer gehört zu den ältesten bekannten Zusatzfuttermitteln für Pferde und dies hat auch seinen Grund. Hafer ist sehr darmverträglich, da er kaum Klebereiweiße hat, welche zu massiven Verdauungsstörungen führen können.
Hafer ist eiweissärmer wie viele andere Kraftfutterarten, besitzt einen hohen Anteil an gesunden Fettsäuren und liefert sehr schnell Energie, da eine schnelle Verdauung (unterstützt durch Schleimstoffe im Hafer) im Verdauungstrakt stattfindet. Daher gehört Hafer zu dem bekömmlichsten Getreide für die meisten Ponies und Pferde.Jedoch kann der Energiegehalt beim Hafer stark schwanken - es kommt sehr auf eine gute Qualität des Hafers an. Der Energiegehalt des Hafers läßt sich nachprüfen, indem man ein Litergefäß mit einem Liter Hafer füllt und diesen dann wiegt. Ein Gewicht um die 550g/Liter zeugt von guter Qualität.
Hafer sollte wenn möglich nicht gequetscht gefüttert werden, da die Haferspelzen zum Kauen anregen und so der Hafer nicht heruntergeschlungen werden kann. Junge ( bis 4 Jahre)und sehr alte Ponies und Pferde können aufgrund der Zahnstellung Probleme mit naturbelassenem Hafer bekommen. Hier empfiehlt es sich, den Hafer zu quetschen. Allerdings sollte nur frisch gequetschter Hafer verfüttert werden (das Quetschen sollte bei Fütterung höchstens 3-4 Tage her sein), da sich sonst schnell Bakterien einnisten und wichtige Nährstoffe sehr schnell entweichen.
Es ist ratsam, nur gereinigten Hafer zu verfüttern, da es sonst zum einen zu Koliken kommen kann und zum anderen gereinigter Hafer wenig Staub enthält, was ihn für Allergiker und bronchienempfindliche Ponies angenehm zu fressen macht.
Frisch geernteter Hafer muss - bevor er verfüttert werden kann - mindestens 3 Monate lagern, ansonsten kann es zu Hufrehe, Kolik, Verdauungsproblemen, Stoffwechselstöungen oder Hautproblemen kommen, um nur einige möglichen Krankheiten zu nennen.
Manche Robustpferde/Ponies und Araber vertragen Hafer nicht. Sie verstoffwechseln ihn unsauber, was sich in nicht gewünschten Temparamentsausbrüchen äußert. Schnell fällt der Begriff "den sticht der Hafer". Bei solchen Ponies und Pferden sollte auf Hafer verzichtet werden.
Auch ist zu beachten, dass Hafer ein unausgeglichenes Aminosäuremuster aufweist. Hier muss gegen gesteuert werden, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommt.
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