Ersatz - Biestmilch
Biestmilch für FohlenBekommt ein Fohlen, welches nach der Geburt - aus welchen Gründen auch immer - nicht bei seiner Mutter säugen kann keine Biest- oder Kolostralmilch, wird es mit größter Wahrscheinlichkeit sterben. Selbst wenn es überlebt, hat es mit sehr vielen Krankheiten oder Gliedmaßenfehlstellungen zu kämpfen.

Warum ist das so? Während der Trächtigkeit überträgt die trächtige Stute über die Plazenta an ihr Fohlen so gut wie keine Immunstoffe. Kommt das Fohlen auf die Welt, ist es nun sämtlichen Umweltviren schutzlos ausgeliefert.

Die Stute sorgt vor, indem sie in den letzten Wochen der Trächtigkeit Antkörper gegen Umweltkeime produziert, die sich in ihrer Umgebung befinden. Daher ist es ratsam, die Stute im letzten Quartal der Trächtigkeit dort unter zu bringen, wo auch das Fohlen geboren werden soll.

Die von der Stute gebildeten Antikörper befinden sich in der so wichtigen Biestmilch. Diese Milch ist anders zusammengesetzt, wie die restliche Fohlenmilch, welche die Stute später produziert. Biestmilch riecht recht unangenehm und ist klebrig und sehr gelblich.

Die insgesammt produzierte Biestmilch beträgt zwischen eineinhalb und zwei Litern. Das Fohlen sollte spätestens 2 Stunden nachdem es geboren ist, an der Mutterstute getrunken haben, da es nur innerhalb der ersten Stunden spezielle Zellen in der Darmwand besitzt, welche in der Lage sind, die in der Biestmilch vorhandenen Abwehrstoffe in den Blutkreislauf zu übertragen.

Steht eine Fohlengeburt an, sollte daher auf jeden Fall ein Notfallpack mit Biestmilch im Haus sein; normale Fohlenmilch zu geben, reicht nicht aus - sie kommt erst nach erfolgreicher Biesmilchbehandlung zum Einsatz. Ebenfalls muss der Tierarzt nach verabreichter Ersatz - Biestmilch das Fohlen testen, ob genug Antikörper im Blut sind. Gegebenenfalls wird der Tierarzt nach behandeln.