Sommerekzem / Ekzemer
EkzemDer Auslöser für das Sommerekzem sind Allergene, welche durch den Stich von Gnitzen oder der Kribbelmücke übertragen werden. Die Mücken lieben eine feuchtwarme Umgebung, legen nur kurze Strecken zurück und können in einer windigen rauhen Umgebung so gut wie nicht existieren. Dies ist übrigens der Grund, warum es auf Island keine Sommerekzemer gibt; in diesem Land haben Gnitzen keine Überlebensmöglichkeit.

Bevor ein Pony als Sommerekzemer behandelt wird, sollten erst alle anderen Krankheitsmöglichkeiten ausgeschlossen werden. So kann sich ein stark vermilbtes oder verwurmtes Pony genauso intensiv kratzen und nervös sein, wie ein Ekzemer.

Lange Zeit war das Bestätigen der Krankheit mühsam und nur im akuten Ausbruchstadium zu erkennen. Inzwischen kann mit einem cellularen antigenen Stimulationstest ein Sommerekzemer nachgewiesen werden; auch in den Wintermonaten, wenn die Krankheit ruht, ist dies möglich.Anhand des Testes kann auch eine Immuntherapie erfolgen, da nachgewiesen wird, auf welche Tiere das Pony oder Pferd besonders reagiert. Dieser Test eignet sich allerdings nicht zur Früherkennung; es läßt sich nicht testen, ob ein Pferd oder Pony eventuell einmal Sommerekzemer wird.

Und wenn das Sommerekzem bestätigt ist? Wie läßt sich am besten damit umgehen? Hier ist vor allem der Mensch gefragt. Er muss sich auf Dauer damit abfinden, dass diese Krankheit nicht heilbar ist, genausowenig, wie Asthma beim Menschen geheilt werden kann. Allerdings kann durch gute medikamentöse Einstellung das Leben weitgehenst normal weitergehen. Und hier ist der Ansatz zu suchen. Genauso wie ein Mensch individuell auf Medikamente anspricht, reagiert jeder Sommerekzemer anders auf eine Behandlung. Geduld ist beim Suchen der richtigen Medizin wichtig; manchmal mag eine Behandlung mehrere Wochen dauern, bis sie gute Erfolge zeigt.

Auch einem Sommerekzemer kann das Leben so erleichtert werden, dass sowohl das Pony, als auch sein Besitzer wieder Freude haben können und entspannte Ausritte möglich sind.

Einige grundsätzliche Dinge bringen jedem Sommerekzemer Erleichterung: So sollten Weiden an stehenden Gewässern gemieden werden; hier halten sich immer Mücken auf. Ebenfalls sind Kribbelmücken in der Dämmerung aktiv; also sollten Pferde um diese Zeit bestenfalls im Stall stehen oder mit Ekzemerdecken eingedeckt sein. Das Scheuern läßt sich selbst bei der besten Therapie nicht gänzlich ausschließen. Daher dürfen keine spitzen Gegenstände, rostige Fahrzeuge oder rauhe Baumrinden zu erreichen sein. Scheuert sich das Pony daran, ist eine Entzündung durch Bakterien sehr wahrscheinlich.

Auch eine gestörte Magen-Darm-Flora begünstigt  das Jucken und Scheuern, da Ponies bei schlechtem Mineralhaushalt sehr empfindlich sind. Eine ausgewogene Ernährung ist daher ebenfalls hilfreich.

Behandlungstechnisch gibt es viele gute Ansätze. Gerade bei akuten Schüben muss oft auf die klassische Medizin zurückgeriffen werden; ihr ist unter anderem Cortison hilfreich. Wesentlich besser ist eine gute Vorbeugung. Die Homöopathie ist auf diesem Gebiet nicht zu verachten. Angefangen von Pflegeölen, über Waschungen, bis zur Einnahme von Globolis kann alles ausprobiert werden. Auch werden sehr gute Ergebnisse mit kollodialem Silber erziehlt. Es kann äußérlich und innerlich verabreicht werden und lindert Beschwerden effektiv.

Ebenfalls sollten ausreichend Ekzemerdecken vorhanden sein; in der Hauptflugzeit der Kribbelmücken sollten gerade sehr anfällige Pferde eingedeckt werden.