In freier Wildbahn haben Tiere wesentlich weniger Probleme mit Würmern, wie in unser räumlich begrenzten Tierhaltung; Pferde wandern bei der Futteraufnahme normalerweise viele Kilometer am Tag, sodass sie bei weitem nicht so viele Wurmlarven und Eier aufnehmen, wie auf einer eingezäunten Wiese. Hier hält sich der Wurmbefall in Grenzen und stellt kein größeres Risiko dar; Ponies und Pferde können mit einem geringen Wurmbefall leben, ohne dass sie krank werden; der Organismus eines gesunden Pferdes kann damit umgehen.
Leider wird dem regelmäßigen Entwurmen nicht immer die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, da man denkt, dass man erst dann eine Wurmkur geben muss, wenn Würmer im Kot zu sehen sind. Diese Annahme ist leider falsch und kann im Ernstfall tödlich enden. Die Gesamtlänge des Darms beträgt ca. 55 Meter. Befinden sich Spulwürmer im Kot, besteht die Möglichkeit, dass zum einen ein Großteil des Darmes befallen ist und zum anderen die Spulwümer sich auch schon in der Leber, im Dünndarm und in der Lunge angesiedelt haben.
Wird nun eine Wurmkur verabreicht, sterben viele Würmer auf einmal - der Darm wird verstopft, es kommt zu einem Darmverschluss - das Pony stirbt. Auch heftige bis tödlich endende Koliken sind bei Ponies, die stark mit Würmern befallen sind, häufig zu beobachten.
Die massivsten Wurmschädigungen geschehen innerhalb der 2 ersten Lebensjahre eines Fohlens, daher ist gerade hier die regelmäßige Wurmbehandlung sehr wichtig. Fohlen bekommen schon mit der Muttermilch die Zwergfadenwürmer übertragen. Für erwachsene Ponies sind diese ungefährlich, da sie imun sind; für Fohlen können sie schnell tödlich enden, da Fohlen noch keine Abwehrkräfte haben. Daher sollten Fohlen, nachdem sie 10 Tage alt sind, mit Ivermectin entwurmt werden. Idealerweise wird die tragende Stute kurz vor/nach der Geburt schon behandelt. Allerdings sollte eine tragende Stute während der ersten drei Monate ihrer Trächtigkeit nicht entwurmt werden.
Ponies und Pferde grasen heutzutage auf relativ beengten Weiden, daher ist die Kotmenge sehr hoch und damit auch die ausgeschiedenen Eier, die beim Fressen wieder aufgenommen werden. Eine einfache und sehr effektive Möglichkeit, die Wurmpopulation zu reduzieren, ist das tägliche Abäppeln der Weide. Dies ist zwar Arbeit, aber es fördert die Gesundheit des Pferdes.
Eine Wiese, die auch als Heulieferant benutzt wird, weist ebenfalls weniger Würmer auf, da diese bei Trockenheit (Heu wird getrocknet), nicht überleben können. Man sollte nicht vergessen, dass ein massiver Wurmbefall Auslöser für viele Krankheiten ist; Hier wäre unter anderem Appetitlosigkeit, Durchfall, Lungenprobleme, stumpfes Fell, Blutarmut und Leberschäden zu nenen.
Grob werden die verschiedenen Parasiten in drei Kategorien eingeteilt: Bandwürmer (Cestoden), Rundwürmer (Namatoden) und Insekten (Dasseln).
Jedes Pony sollte vier mal im Jahr entwurmt werden (also auch während der Weidesaison), wobei Ponies im Herdenverband unbedingt zusammen entwurmt werden müssen. Nach dem Entwurmen während der Weidesaison, sollten die Ponies auf eine Weide gebracht werden, die schon längere Zeit brach liegt, damit sie sich nicht direkt wieder mit Wurmeiern infizieren.
Vor dem ersten Weidegang im Frühjahr sollte bereits entwurmt werden, da viele Larven abgekapselt in der Darmwand des Ponies im Ruhestadium überwintern. Wandern diese Larven nun im Frühjahr in den Darm und wachsen zum Wurm, kontaminieren deren Eier direkt wieder die Frühjahrswiese.
Nach der Entwurmung sollten die Ponies noch ein bis drei Tage (je nach Präparat) in der Box verbleiben - so gelangen die ausgeschiedenen Eier und Würmer nicht auf die Wiese, sondern in den Einstreu; dieser muss natürlich nach der Wurmbehadlung restlos entsorgt werden.
Auch nach dem Ende der Weidesaison sollte nochmals eine Entwurmung folgen, um Larven nicht die Möglichkeit des Überwinterns zu geben.
Ebenfalls ist ein jährlicher Wirkstoffwechsel (nicht Präperatenwechsel, dies ist unwirksam!) ratsam, um Resistenzen zu vermeiden.
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