Barockreiten
Barock ReitenDas Reiten im Barockstil erlebt zur Zeit eine regelrechte Renaissance. Über lange Jahre fast nur von der Spanischen Hofreitschule in Wien mit Lippizanern praktiziert, erfreut sich dieser Reitstil immer größerer Beliebtheit. Dies liegt unter anderem daran, dass das Pferd oder Pony nicht mehr nur als Sportgerät verstanden wird, welches mit allen Mitteln seine Leistung ohne eigenen Charakter bringen soll. Vielmehr möchte man ein Pony oder Pferd als Partner, welcher Freude bei der Arbeit hat und seinen eigenen Charme mit einfließen läßt.

Beim Barockreiten wird eine natürliche Aufrichtung amgestrebt, welche das Pony oder Pferd von sich aus zeigt.

Es gibt einige Pferderassen, die bei der Ausbildung durch ihren Körpberbau begünstigt sind; hierzu zählen unter anderem Lippizaner, Lusitanos, Andalusier und Friesen. Diese Pferderassen bestechen durch besonders runde und üppige Formen.

Nicht so bekannt ist die Tatsache, dass es auch Ponies mit iberischem bzw. spanischem Einschlag gibt, die ebenfalls durch ihre üppigen Formen auffallen und prima an die barocke Reitweise herangeführt werden können. Hierzu zählen unter anderem Connemara, Welsh-Cop und der Norweger.

Allerdings kann jedes Pony an der Barockreitweise Spass entwickeln.

Glühender Arbeitseifer bei einem Pony macht den vielleicht nicht perfekten Körperbau wieder wett. Da viel Zeit mit dem Pony verbracht wird, entsteht ein gegenseitiges inniges Verhältnis. Ziel ist nicht, den Ehrgeiz des Reiters zu fördern, sondern die Lebensfreude und den Eifer des Ponies zu unterstützen. Daher erfolgt eine ernsthafte Barockausbildung ohne Zwang, Strafen und Leistungsdruck.

Das Pferd oder Pony wird an eine aussergewöhnliche Versammlung heran geführt, was sich durch die tiefe Beugung der Hanken zeigt. Bis ein Pony diese Hohe Schule beherrscht, können Jahre vergehen. Im Gegensatz zur klassischen Reiterei wird viel Wert auf Bodenarbeit gelegt; schon hier wird die Losgelassenheit und Gymnastizierung geübt. Bei der englischen Reitweise wird auf das Vorwärtsreiten sehr viel Wert gelegt; schon hier wird mit einem gewissen Druck gearbeitet. Beim Barockreiten wird sehr viel über Seitengänge gearbeitet, um das Pferd geschmeidig werden zu lassen. Da dies mit sehr viel Präzesion und Geduld geübt werden muss, kann Druck erst gar nicht entstehen.