Ponies, die beschlagen sind, haben im Winter besondere Bedürfnisse, da feuchter Schnee am Eisen festfriert.
Mit einem Pony, welches dauernd eisende Schneeklumpen unter den Hufen sitzen hat, wird das Reiten zu einer Tortour und ist gefährlich. Nicht nur das Pony kann böse stürzen, auch der Reiter kann unglücklich fallen. Ein Pony, welches mehrmals mit aufgestollten Hufen draussen unterwegs war, kann eine regelrechte Phobie entwickeln; es weigert sich, den Stall zu verlassen.
Gerade Ponybesitzer, welche ihre Tiere rund ums Jahr robust halten, sollten sich dieser Brisanz bewußt sein; auch ein Pony, welches auf der Weide steht, kann fallen und sich verletzen, wenn es über seine schneeverklumpten Hufe fällt.
So manches Pony ist in der glücklichen Lage, im Winter barfuß gehen zu können, da es über gesundes Hufhorn verfügt. Dies trifft jedoch nicht immer zu; hier gilt es Abhilfe zu schaffen. Das Hauptproblem besteht darin, dass der Schnee an den Hufeisen festfriert, komprimiert wird und zu Eisklumpen gefriert. Diese Eisklumpen sind sehr rutschig, sodass das Pony entweder ausrutschen kann, oder durch die veränderte Beinlage ins Stolpern gerät.
Um das Festfrieren zu verhindern, gibt es sogenannte Schnee-grips. Hierbei handelt es sich um eine hufeisenförmige Gumiplatte, welche über eine zusätzliche Gummiwulst verfügt. Die Gummiplatte wird beim Beschlagen des Hufeisens zwischen Huf und Hufeisen befestigt; die Gummiwulst liegt nun an der Innenkante des Hufeisens an und ist beweglich. Durch die Bewegung der Gummiwulst kann der Schnee nicht klumpen, sondern wird bei jedem Schritt heraus befördert. Ein Satz Schneegrips kostet zwar Geld, aber der Weg zum Tierarzt ist wesentlich teurer, falls das Pony stürzt. Außerdem halten die Schneegrips in der Regel ein bis zwei Schneeperioden; nach Ende der Schneesaison werden sie wieder abgemacht und bis zum nächsten Winter eingelagert.
Das einzige, was Schneegrips gefährlich werden kann, sind spitze Gegenstände wie Nägel oder Steine. Sind die Hufgrips in Mitleidenschaft gezogen, sollten im nächsten Jahr neue gekauft werden.
Es gibt auch Schneegrips aus Eisen zur Selbstmontage. Sie sehen aus wie eine halbrunde Fahrradkette mit Gummiummantelung. Sie werden bei Bedarf mit einer Spezialzange unter das Hufeisen geklemmt und können auch selber wieder herausgeholt werden. Diese Schneegrips sind nur sinnvoll, wenn sehr selten Schnee liegt; sie eignen sich eher nicht für einen 24h Einsatz, da diese Hufgrips schnell verloren gehen. Auch verheddern sich manchmal die Enden unter den Eisen; hier ist Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt, um die Schneegrips zu befreien - da sollte übrigens nicht nur der Reiter Geduld mitbringen, sondern auch das Pony....
Gerade Ponybesitzer, die nicht so viel Erfahrung haben, sollten eher einen Hufschmied an die Schneegrips dran lassen. Er weiss, welche Grips am besten für das Pony sind und ist auch immer bereit, nochmal nachzubessern, falls die Hufgrips nicht richtig sitzen.
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