Aufstiegshilfe / Aufsteighilfe
aufsitzenBeim Aufsteigen lassen die daraus entstehenden Hebelkräfte das Pony aus dem Gleichgewicht bringen. Das plötzlich auftretende einseitige Gewicht läßt zum einen die Rückenwirbel verdrehen, zum anderen muss das Pony auch sein eigenes Gewicht auf den zwei linken Beinen ausbalancieren; dies belastet auf Dauer die Pferdebeine sehr.

Als Mensch läßt sich dieser Effekt mit einem Vergleich nachvollziehen: Einen sehr schweren Trekkingrucksack würde man sehr ungern vom Boden aufheben, um ihn sich dann mühsam auf den Rücken zu hieven. Das Hochheben ist mühsam, belastet den Rücken und unangenehmer Druck entsteht auf der Schulter, auf welcher der Rucksack zuerst liegt. Also stellt man den Rucksack mit beiden Händen auf einen Tisch. Von dort aus kann man sich rückwärts an den Rucksack stellen, mit beiden Armen hineinschlüpfen und hat nun das Gewicht sofort gleichmäßig auf dem Rücken verteilt. Oder man läßt sich von einer zweiten Person den Rucksack auf den Rücken heben, sodass ebenfalls keine unnötigen Scherkräfte entstehen.

Bei jedem Aufsteigen vom Boden aus übt der Mensch auf die Wirbelsäule und die Beine eines Pferdes den selben unangenehmen Druck aus, wie ein mühsam aufgehobener Rucksack auf den Rücken eines Menschen. Um dem Pony Erleichterung zu verschaffen, macht eine Aufstiegshilfe Sinn.

Übrigens ist ein Pferd oder Pony schon nach den ersten Schritten merklich gelöster, wenn es nicht mit der einseitigen Belastung des Aufsteigens zu kämpfen hat.

Ein Pony, welches noch nie eine Aufstiegshilfe gesehen hat, mag erschrecken, wenn diese das erste Mal benutzt wird.Ein zweiter Mensch zur Hilfestellung sollte daher dabei sein. Nun ist es sinnvoll, nicht die Aufstiegshilfe ans Pony zu stellen, sondern mit dem Pony zur Aufsteighilfe zu gehen. Jetzt kann das Pony gemütlich schnuppern und das seltsame Gestell vorsichtig in Augenschein nehmen. Nachdem die Scheu vorüber ist, darf der zukünftige Reiter sich auf die Aufstiegshilfe stellen, während der Helfer das Pony festhält und es dann ruhig um den auf dem Podest stehenden Reiter zu führen. Manches Pony mag verdutzt gucken, wenn es seinen "Herrn und Meister" auf einmal so gross erblickt. Nachdem die Lage geklärt ist, kann das Pony an den Reiter gestellt werden. Hier ist darauf zu achten, dass das Pony nicht zu weit weg steht. Je größer der Abstand zwischen Reiter und Pferd, umso größer die Hebelwirkung und damit die Belastung für das Pferd.

Nachdem der Fuss im Steigbügel ist, kann man sich vorsichtig in den Sattel heben und den Ritt genießen.

Und worauf ist beim Kauf einer Aufstiegshilfe zu achten? Als erstes sollte die Größe des Ponys oder Pferdes berücksichtigt werden, da es Aufsteighilfen zwischen 60 und 30 cm gibt. Auch die Standfestigkeit des Trittstufen ist wichtig; so gibt es Aufsteighilfen, die eine offene Rückwand haben; dies ist zwar zum Tragen sehr angenehm, jedoch können diese Trittblöcke leicht kippen, sodass ein nervöses und ängstliches Pferd schnell in Panik geraten kann. Auch ist es für das Pferdemaul sehr schmerzhaft, wenn man im Zügel hängt, weil die Steighilfe beim Aufsteigen umgekippt ist.

Es gibt sehr schwere Aufsteighilfen, die gerade für Kinder unhandlich sind. Dies muss nicht sein; auch leichte Aufstieghilfen können sehr standfest sein, wenn sie über eine geschlossene Rückwand verfügen. Man sollte allerdings darauf achten, dass die Tritte der Aufstiegshilfe über Anti-Rutsch-Streifen verfügen.

Ist man oft auf Turnieren unterwegs, macht eine zusammenklappbare Aufsteighilfe Sinn.

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