Es darf nicht der Fehler gemacht werden, die Gerte als Bestrafungsintrument - sprich zum schlagen - zu benutzen. Ein geprügeltes Pferd verspannt sich und hat immer Scheu vor dem nächsten Schlag, sobald es die Gerte sieht. Da man mit einem verspannten Pferd niemals Losgelassenheit erreichen wird, bestraft der Reiter, welcher sein Pferd schlägt, sich letztlich selbst, da er nicht die Qualität zeigen kann, die er gerne hätte.
Eine Dressurgerte muss sehr gut ausbalanciert sein; durch ihre Länge entsteht schnell das Problem, dass entweder der Griff zu schwer ist, oder der Stock an sich. Die Gerte liegt nun unsauber in der Hand, was dazu führen kann, dass der Schlag am Pferd entweder fester oder sanfter ausfällt als gewünscht, da der Reiter die fehlende Balance durch mehr Kraft ausgleichen muss. Um herauszufinden, ob die Dressurgerte in der Waage ist, legt man sie kurz unterhalb des Griffendes auf den Finger. Bleibt sie nun waagerecht liegen, ist sie gut ausbalanciert. Die Dressurgerte wird beim Reiten auch am unteren Griffende mit Daumen und Zeigefinger gehalten.
Eine Dressurgerte darf nicht zu weich und nicht zu hart sein. Ist sie zu weich, tippt sie beim Reiten dauernd gegen das Pferd, welches zwangsläufig gegen diese feine Hilfe abstumpft. Ist sie zu hart, muss man seine Hand stark bewegen, um ans Pferd zu kommen; schnell reißt man dem Pferd oder Pony dadurch im Maul und die feine Hilfengebung ist dahin.
Sehr hochwertige und feine Dressurgerten werden auch heute noch aus Holz hergestellt; sie sind hochwertige Handwerkskunst, da sie, was die Elastizität betrifft, punktgenau geschliffen werden. Möchte man also eine Dressurgerte haben, die Persönlichkeit besitzt, ist solch eine Gerte die richtige Wahl. Allerdings braucht sie besondere Pflege und eignet sich nicht für Geländeritte bei jedem Wetter. Peitschen aus Holz sind witterungsanfällig, werden am besten im Liegen gelagert und können trotz allem morsch werden. Einen Pferdehuf überlebt eine Dressurgerte aus Holz meist nicht.
Dies trifft auf Dressurgerten aus Carbon auch zu. Grosser Vorteil des Carbons ist allerdings seine Leichtigkeit; sie wird erreicht, da die Carbongerten innen hohl sind.
Die meisten heutigen Dressurgerten werden aus Fiberglas hergestellt. Das Material ist günstig, flexibel und sehr robust. Es kann jedem Bedürfniss angepasst werden, sodass die Gerten leicht, schwer, elastisch oder eher statisch sein können. Fiberglas verträgt sich gut mit unterschiedlichen Materialien, sodass der Gertengriff aus Holz, Kork, Leder oder Edelmetall sein kan. Auch können die Gerten mit Nylon oder Leder ummantelt sein.
Eine Dressurgerte hat eine Länge zwischen 90 und 140 cm. In Dressurturnieren ist eine maximale Länge von 120 cm erlaubt, wobei der Schlag (das Stück, was am Ende der Gerte befestigt ist und entweder aus versteiften Schnüren oder einer Lasche aus Leder oder Kunstoff besteht) mitgezählt wird.
Sehr grosse Pferde benötigen eine lange Dressurgerte, damit die Flanken oder die Kruppe vernünftig erreicht wird, bei Ponys ist die Gerte ca 100 cm lang.
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