Im Gegensatz zum Stallhalfter - welches an Schneidepunkten mit Ringen verbunden ist - besteht das Knotenhalfter aus einem einzigen Strick und wird mit Knoten an den markanten Punkten in die richtige Form gebracht.
Der Strick wird so geknotet, dass sich die Knotenpunkte an den sensiblen Nervenpunkten des Pferdekopfes befinden. Sobald auf diese Knotenpunkte leichter Druck ausgeübt wird, spürt das Pferd diesen und reagiert darauf.
Für das richtige Händeln des Knotenhalfters bedarf es ein wenig Übung; gerade für Anfänger wäre hier ein Einführungskurs sinnvoll.
Das Knotenhalfter ist sehr vielseitig und kann auch als Reithalfter eingesetzt werden. Hierzu können entweder Ringe eingeknotet werden, an welche die Zügel gehangen werden. Das Reiten mit Knotenreithalfter bedarf einiger Übung; nicht nur der Reiter muss sich mit der Materie auskennen, auch das Pferd oder Pony muss an Stimm- Gewichts- und feinen Zügelhilfen gewöhnt sein. Bevor ein Pony mit Knotenreithalfter im Gelände geritten werden kann, sollte es eine fundierte Ausbildung durchlaufen haben. Das Reiten im Gelände nur mit Knotenhalfter und ohne Sattel ist ein einmaliges Erlebnis, welches Vertrauen auf beiden Seiten fördert. Bevor man so ins Gelände geht, muss mit der Pferdehaftpflicht abgeklärt sein, ob das Reiten mit Halfter abgesichert ist; nicht jede Versicherung springt im Schadensfall ein.
Knotenhalfter gibt es inzwischen in sämtlichen Farben und Materialien. Es ist vernünftig, auf gute Qualität zu achten; am besten ist ein maßangefertigtes Knotenhalfter. Jeder Pferde- und Ponykopf weist eine andere Form auf, daher liegen auch die empfindlichen Nervenpunkte immer anders; bei einer Maßanfertigung wird darauf geachtet, dass genau an diesen Nervenpunkten der Knoten sitzt. Knotenhalfter können nicht einfach verstellt und angepasst werden. Entweder es passt, oder es passt nicht. Die Knoten dürfen während der Arbeit nicht aufgehen; daher wird meist der Diamantknoten benutzt.
Auf keinen Fall darf ein Knotenhalfter zum Anbinden benutzt werden; weder im Stall, noch auf Wanderritten. Ein Knotenhalfter gibt bei Panik nicht nach. Ein Pony, welches scheut und pansich wird, kann sich im Ernstfall sogar das Genick brechen, wenn es mit einem Knotenhalfter angebunden ist und nicht weg kann. Ist ein Pferd, welches mit einem Knotenhalfter angebunden war, einmal damit in Panik geraten, ist im Ernstfall die komplette Ausbildung zunichte gemacht. Warum? Weil das Pferd die Druckhilfen der Knoten als heftige Schmerzen erfährt und nun nicht mehr bereit sein wird, mit diesem Halfter zu arbeiten. Man tut sich selber und dem Pferd einen Gefallen, wenn zum Anbinden ein Stallhalfter benutzt wird.
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